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Hornussen ~ Unspunnen

Schwinget - die urchig und traditionelle Sportart

www.schwinget.ch

HornussenHornussen ist eine Schweizer Mannschaftssportart, die hauptsächlich in den Mittellandkantonen Bern, Solothurn und Aargau betrieben wird. Das Hornussen wird zusammen mit dem Schwingen und dem Steinstossen zu den Schweizer Nationalsportarten gezählt. Das Hornussen verbindet Elemente des Einzelwettkampfes (möglichst weiter Abschlag des Nouss als Einzelleistung) mit Elementen des Mannschaftssports (Abfangen des geschlagenen Nouss als Mannschaftsleistung).GeschichteDie Ursprünge des Hornussens sind nicht geklärt. In der Literatur (Jeremias Gotthelf) sind Hornusserspiele bereits im 19. Jahrhundert beschrieben. Damals war das Hornussen ein spielerischer Wettkampf zwischen Jungbauern im Emmental und wurde hauptsächlich im Herbst auf den abgeernteten Äckern gespielt. Die Regeln wurden jeweils vor Spielbeginn zwischen den Mannschaften vereinbart. Spieleinsatz war ein Zvieri (inkl. Getränke), welches die Verlierergesellschaft der Gewinnenden ausrichten musste. Im Anschluss an die Spiele wurden, befeuert durch Regelstreitigkeiten und Alkoholkonsum, häufig Raufereien ausgetragen. Dies und die Tatsache, dass die Spiele meist am Sonntag stattfanden (was den Kirchgang tangierte), führte zu einigen Verbotsversuchen durch die Obrigkeit.Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte auch beim Hornussen die Vereinsbildung und Reglementierung ein. 1902 wurde der nationale Dachverband (Eidgenössischer Hornusserverband) gegründet. Der Eidgenössische Verband und seine regionalen Unterverbände organisieren die Meisterschaft der Nationalligen A und B sowie der restlichen fünf Ligen, das alle drei Jahre stattfindende Eidgenössische Hornusserfest, das Hornussen am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest sowie die jährlich stattfindenden Unterverbands- und interkantonalen Feste.

Unspunnenstein Der Unspunnenstein ist ein 83,5 kg schwerer Stein, der seit 1905 am traditionellen Unspunnenfest in Interlaken bei Wettkämpfen verwendet wird. Dabei muss der Wettkämpfer Anlauf nehmen und versuchen, ihn über eine möglichst lange Distanz zu werfen. 805: Erstes Alphirtenfest auf der Unspunnenmatte. Es wurde ein Stein mit einem Gewicht von 184 Pfund gestossen. Dieser Stein ist seither verschollen. 1808: Am zweiten Alphirtenfest wurde ein neuer Stein gestossen, der nur noch 167 Pfund wog. Da es von da weg kein Fest mehr gab, wurde der Stein an einem unbekannten Ort aufbewahrt. Vermutlich wurde er von einem Bauern als «Tengelstein» benutzt. 1905: Mit Schreiben vom 18. April hat ein Herr Adolf Pfahrer aus Interlaken den Stein entschädigungslos dem Turnverein vermacht. Er schreibt unter anderem: «...den von mir so lange in Verwahrung gehabten Unspunnenstein mit heutigem gerne an Sie abtrete.» Es handelt sich somit eindeutig um den Stein von 1808. 1905: Nach 97 Jahren findet das dritte Alphirtenfest mit Steinstossen statt. Der Stein befindet sich seither beim Turnverein Interlaken. 1946: findet das nächste Unspunnenfest statt und danach 1955, immer mit dem Originalstein. 1947: Der Eidgenössische Schwingerverband beansprucht den Unspunnenstein als sein Eigentum. Die Schenkungsurkunde belegt jedoch, dass der Turnverein Interlaken rechtmässiger Eigentümer ist. 1981 wurde der Stein letztmals am Unspunnenfest gestossen. 1984: Am 3. Juni wird der Stein von Mitgliedern der jurassischen Béliers aus dem Touristikmuseum Interlaken in Unterseen gestohlen. 1984/85: Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken hat erstmals schriftlichen Kontakt mit Vertretern der Béliers in Moutier. Sie wissen von nichts. 1985: Am 24. Mai machte sich der Vorstand des Turnverein Interlaken auf die Suche nach einem Ersatzstein. Im Grimselgebiet wurden sie fündig. Mit Hilfe eines Steinmetzes wurde der Stein in die ursprüngliche Form und auf das Gewicht von 83,5 Kilogramm bearbeitet. 1986: Der Eidgenössische Schwingerverband akzeptiert den neuen Stein als «Unspunnenstein» und den Turnverein Interlaken weiterhin als Eigentümer. 1986: Am Eidgenössischen Schwing- und Alphirtenfest in Sion wird erstmals die Kopie des Unspunnenstein gestossen. 1989: Der «neue» Unspunnenstein wird in der Schalterhalle der UBS in Interlaken auf einem Marmorsockel ausgestellt. Bis heute ist er dort dem Publikum (gut gesichert) zugänglich aufbewahrt. 1993: Verschiedene Redaktionen erhalten von ungenannter Stelle ein Foto vom angeblichen Unspunnenstein. Willy Zimmermann identifiziert den Stein schon damals als den echten. 1999: Michael von Graffenried veröffentlicht in der Schweizer Illustrierten ein Bild mit dem (wie er behauptet) echten Unspunnenstein. Er befinde sich irgendwo in der Nähe von Brüssel in einem Weinkeller. Auch bei diesem Bild ist Willy Zimmermann der Ansicht, dass es sich um das Original handelt. Willy Zimmermann versucht erneut, schriftlich und telefonisch Kontakt mit der Gruppe Béliers aufnehmen zu können. Die Antwort ist wie immer negativ. 2000: Willy Zimmermann stellt an der Mitgliederversammlung des Turnverein Interlaken den Antrag, ein Komitee zur «Wiederbeschaffung des Unspunnensteins» zu bilden. Der Antrag wird angenommen und vier Turner dafür bestimmt. 2001: Am 11. August wird der Stein in Saignelégier Shawne Fielding als «Bonbon» verpackt übergeben. Am 12. August wird der Stein von Urs Liechti, Marcel Kälin, Thomas Schuhmacher und Willy Zimmermann vom Turnverein Interlaken im Gefängnis von Saignelégier besucht und als echt identifiziert. 2001: Am 14. August findet auf der Höhematte vor dem Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ein Übergabefest des Unspunnenstein statt. Shawne Fielding hat den Stein dem Turnverein Interlaken zurückgegeben. Neben den Originalzahlen 1805 und 1905 haben die Béliers zwölf Europasterne, das Emblem der Béliers und den 6. Dezember 1992 (das Datum der Europaabstimmung) in den Stein gemeisselt. 2001: Seit der Rückkehr des Steins zum Turnverein Interlaken wurde er in verschiedenen Ausstellungen und Museen dem Publikum zugänglich gemacht. 2005: Ab 9. Januar wird er in der Eingangshalle des Victoria-Jungfrau Grand Hotel & Spa ausgestellt. Am 20. August 2005, kurz nach 10 Uhr haben Unbekannte in Interlaken den Unspunnenstein erneut gestohlen. Er war im Hotel Victoria-Jungfrau ausgestellt. Am Tatort blieb ein Pflasterstein mit einem aufgemalten Jura-Wappen zurück.









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