Home Tradition Wettkampf Schwing-Technik Nachwuchs Agenda Schwingerkönige Hornussen ~ Unspunnen I d'Hose Manne Links "Hoselupf" "Hoselupf-Film" Startseite Startseite-1 Über mich Meine Bilder Meine Videos Meine Musik Kontakt I d'Hose ManneSchwinget - die urchig und traditionelle Sportart www.schwinget.ch I d'Hose Manne Wo sie schwingen und die Älpler feiern, ob eidgenössisch, bernisch Mittel-, See- und Oberland, jurassisch, im Aargau Richtung Bern, selbst in der Romandie, sei's im Luzernischen, Ob und Nid dem Wald, in Uri, Schwyz, Tessin und Zug, im Nordosten oder in der Nordwestschweiz, der Festplatz darf kein Jahrmarkt, soll weder Budenstadt noch Chilbi sein und überhaupt.* * *Artikel dreissig im Eidgenössischen Festregulativ verbietet Tombolas, und Lotterien sind nur dann gestattet, wenn der Zentralvorstand einem diesbezüglichen Antrag zustimmt. Ja sagt. Und Amen.* * *Sie tragen das Geld statt irgendwelchen Kram und nichts im Sack. Einmal Schwinger, weiss keiner, was ihm auf dem Gras und zwischen den Zuschauern, den Sach- und weniger Verständigen, den Kampfrichtern, den Sägemehlringen und dem Festzelt unverhofft entgegenkommen könnte.Und was es schon seit hundert Jahren gibt, muss nicht mehr, muss nie mehr einer Veränderung ausgesetzt und unterzogen werden.* * *Bar ist Trumpf. Potz Lätz, Stich und Schlungg! Den Geldsäckel auf dem Tisch der Schreiber deponieren, die Arme in den Zuber, den Nacken genetzt! Wer die Beine laut Reglement nicht zeigen darf und will dennoch gefallen, muss Arme präsentieren können, an denen mehr als bloss ein bisschen Fleisch am Knochen ist.* * *Hände wie Kranschaufeln! Den ganzen Mist könnte einer damit mitüüri ohne Maschinen verladen, austun und auf die brachen Äcker verzetteln. Und kurz sind sie geschoren. Keiner soll da in Versuchung kommen, in der Not den andern beim Schopf oder an den neumodischen, mit einem elastischen Band im Nacken zusammengebundenen Zöpfen zu packen.Stehen sie einmal mit beiden Beinen im Sägemehlring, stemmen sie ihre Füsse von den Fersen bis zu den Zehen in den Boden und wissen für immer, auf welchem Mist ihr Sport gewachsen ist. Mode hingegen existiert beim Schwingen nicht. Die Mode ist für sie ein Begriff aus dem Lexikon der Unwörter, und was nicht ist, kann auch niemals aus der Mode kommen. Zwar gibt es Frühlingsschwinget, im Sommer schwingt's an allen Wochenenden, Winterschwinget gibt es auch, und im Herbst wollen sie es alle noch einmal so recht vom Donner nache wissen.* * *Geschwungen haben wir, so lange es uns gibt. Das Schwingen gehört und passt zu uns wie Berg und Tal, der See, der Wald, die nur im Winter brachen Äcker und die abgeheuten Wiesen. Ohne Gülle aber rentiert auch hier nichts mehr.* * *Dazu die Jodler mit der Faust im Sack, und die Alphörner entleeren ihre mächtigen Lungen durch die langen grossen Röhren, bis ihre Köpfe wie rote Kinderluftballons aus den steifen Krägen fliegen möchten. Die Trachtenmädchen können sich's auch nicht verklemmen und zeigen ihre weissen grobwollenen Strümpfe im heissesten Sommer. Manne i d Hose! Wir sind das, was die Fremden in der Schweiz noch ohne Wenn und Aber auch dann noch sehen wollen, wenn's uns, was einige Nichtschwinger sich anscheinend je länger, je mehr vorstellen können, nicht mehr gibt. I d Hose Manne! * * *Da meinen die in der Stadt und die, die sowieso von Barchet, Brienzer, Zwilch und Gschtelltem nichts verstehen, ein Schwinger habe auf jeden Fall ein gestandener Mann zu sein, müsse etwas darstellen und nicht erst danach werden. Blutjung sind sie! Und bedeutend stärker als der Muni, den der Erste am Abend nach Hause führen soll. * * *Der Familienname kommt immer zuerst. Alphabetisch. Von A bis Z. Da kann einer noch so schön Remigi oder Bärthi heissen.Einer erzählt auch denen, die es eigentlich gar nicht wissen möchten, dass die Schwinger ohnehin schon alle Stuben voll Glocken hätten. Einen Teppich hat er auf den Gabentisch gelegt. Einen Perser. Dreckbillig. Ein Teppichmufti nach dem andern mache heutzutage mit seinen übergrossen Lagern Konkurs. Weich sei der Teppich. Da kannst du noch so spät oder noch besser früh nach Hause kommen, die Alte, die sonst ihre Ohren immer zuvorderst hat, hört nichts. Keine der zahlreich anwesenden Frauen reklamiert. Die Männer erheben sich steif von den Bänken an den langen Tischen und gehen mit bleischweren Schritten hinüber und hinter das Zelt. Die Akkorde des Alphorntrios folgen ihnen. Kein Jodler singt so tiefe Töne und reisst die Melodie sogleich wieder nach oben. Ohne Echo ist der Sieg nur halb so schön. Den jungen Stier jedoch können die meisten nicht mehr im eigenen Stall unterbringen. * * *Draussen in den Sägemehlringen rumoren die Knochen in den Gelenken. Wie eine alte Bergbahn zerrt und knirscht es in den Rücken, den Knien, den Nacken. Bei den schier unmenschlichen Strapazen, denen vor allem die Ellbogen ausgesetzt sind, ist aufrichtiges Mitleid durchaus am Platz. Packen sie sich aber, einmal bis zu den Knöcheln im Sägemehl, bei den Gstössen und beim Gurt, verfärben sich ihre Köpfe zu Berner-Rosen-Äpfeln. Schnauz und Bart sträuben sich wie katzbuckligen Katern die Rückenhaare, die Adern schwellen zu Kuhgurgeln an, und nicht nur der Fachmann, auch die unbeteiligtsten Frauen sehen darin das Blut zu den Muskeln schiessen.* * *Die Sägemehlringe, dort wo ganze fünf gestreut werden müssen, könnten das Publikum auf den höheren Bänken ohne weiteres an Olympia erinnern. Europa hingegen: Vernütigen, verdrängen und vergessen! Amerika ja. Das wäre etwas ganz anderes, Amerika. Die Schwinger, die seinerzeit übers Meer gesegelt und geblieben waren, hatten ihre Zwilchhosen mitgenommen und sie nicht, auch wenn sie schon längst Yankees waren, an den Nagel gehängt. Hast du aber vielleicht schon in Brüssel und bei den vielsprachigen Bürokraten einen schwingen gesehen? Zwar, lätz genug wären die schon, die dort unten in ihren Glashäusern, und sie würden uns schlunggen, bevor wir überhaupt an einen Kurzen gedacht hätten.* * *Ohne Hosen, und wenn sie vorne noch so offen sind, sieht ein Schwinger blutter aus, als wenn einer an einer Margerite sie liebt mich, sie liebt mich nicht, sie liebt mich doch ausgezupft hat. Hüft an Hüfte, Leib an Leib, gezogen, gestossen, gehoben und gekehrt, wer auf dem Rücken liegt, in die Sonne schaut und alle Viere von sich streckt, der geht am Abend ohne Stier nach Hause. Ob aber gewonnen oder verloren, nach jedem Gang lassen sie die Hosen runter.* * *Noch einmal hebt ein Grosser einen Kleinen aus dem Sägemehl und legt ihn sich zurecht, greift kürzer, doch der Kleine würgt zurück, lässt den rechten Griff respektlos fahren, packt den Grossen am Nacken, Fleugentätsch, dreht rechts ab, kopfvoran liegt der Grosse dort, wo für die Kleinen die Grossen ab und zu auch hingehören. Um dem Besiegten das Sägemehl vom Rücken zu wischen ist der Grosse dem Kleinen fast zu hoch. Eine schöne Geste sei's, den Verlierer zu versäubern. Es soll kein Dreck am Stecken kleben bleiben. Die Miene des Besiegten spricht aber ein ganz anderes Welsch. Am liebsten würde er demjenigen, der ihn vor allen Leuten wie einen Maikäfer auf den Rücken legte, ein paar um die Ohren hauen. Bloss: Vaterländisch wär das nicht. Also geht er nochmals hinüber zum Zuber, wäscht sich die Augen aus, zieht den Hals in den Kragen. Doch, ein Ochse unter dem Joch sieht ähnlich aus.* * *Dann steigt die Sonne nur hoch und höher. Mag sein, dass sie auch schon bald untergehen wird. Jedenfalls ist das Bier längst warm geworden. Wer Glück hat, bekommt noch ein letztes kaltes. Die Köpfe sind Tomaten geworden, die Nacken zwetschgenblau. Die Nasen beginnen sich zu schälen, das Sägemehl riecht nach Schweiss, der ganze Festplatz wie eine Wirtschaft in der Samstagnacht kurz vor der Polizeistunde. Ein paar Jauchzer möchten noch einmal in die Höhe, aber die Luft ist dünn geworden. Schwer, als hätten sie ihn schon gewonnen, atmen die Offiziellen dem Schlussgang entgegen. Der Siegermuni leidet, schlapp hängen die Lorbeerblätter von den Kränzen. Im Zelt wird das Stroh noch ein letztes Mal durchgeschüttelt. Die verbissensten Grinde entspannen sich zu ganz normalen Köpfen und wollen auf einmal nicht mehr, wie eben noch, eins zu eins in die Landschaft passen. 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